Tipps für den Alltag

Lästige Drückeberger: Hühneraugen

Die meisten von uns haben bereits Bekanntschaft mit ihnen gemacht - mit diesen rundlichen Hornhautverdickungen, deren mittiger Hornkeil (auch als Sporn bezeichnet) von außen betrachtet wie eine Pupille, wie das Auge eines Vogels wirkt. So ist der Störenfried einst zu seinem Namen gekommen, auch Elstern- oder Krähenauge wurde er früher genannt. Seine lateinische Bezeichnung Clavus = Nagel trifft denselben ebenfalls auf den Kopf, wächst sein Kern doch körperwärts in die Haut hinein. 

Dabei meint unsere Hornhaut es gut, wenn sie an sensiblen Stellen wie gelenksnah zwischen den Zehen, auf deren Rücken oder auf den Fußsohlen, nahe der Mittelfußknochen, ein Auge auf Druckstellen wirft. Wo übermäßige Belastung entsteht, Zehen aneinander oder Fußnägel am Nachbarzeh reiben oder der Schuh drückt, will der Körper Puffer bilden, die Produktion von Hornhaut wird angeregt. Wenn wir keine Abhilfe schaffen, wächst diese Verhornung stetig und in tiefere Hautschichten hinein - es kneift und drückt auf Schritt und Tritt. 

Hart im Nehmen sind besonders die auf der Außenseite des kleinen oder großen Zehs angesiedelten Clavi - sie haben eine feste, krustige Oberfläche - während ihre zwischen den Zehen befindlichen Kollegen eine weichere aufweisen. 

Begünstigt werden kann die Hühneraugen-Bildung außerdem durch Fehlstellungen wie Hallux valgus (Ballen-/oder Schiefzehe), Hammerzehen, durch Senk-/Spreizfüße (hier siedeln sich die unangenehmen Begleiter bevorzugt an Ballen oder Fußsohle an) oder durch andere Ursachen, wie z.B. durch Arthrose veränderte Zehengelenke. 

Zeigt her Eure Füße … Augen auf bei Fußpflege und Schuhkauf! 

Das regelmäßiges Kürzen der Zehennägel und Entfernen (Abtragen mit einem Bimsstein) von Hornhaut sind wichtig - nicht nur bezogen auf die Vermeidung von Hühneraugen. Auch für regelmäßiges Eincremen nach dem Waschen sind unsere Gehwerkzeuge dankbar. Doch der gepflegteste Fuß fühlt sich nicht wohl, wenn er im falschen Schuhwerk steckt. Freilich müssen Schuhe auch was fürs Auge sein - aber bitte nicht fürs Hühnerauge. Zwischen und auf den Zehen gedeihen diese vornehmlich infolge zu engen Schuhwerks. Nicht den optischen Aspekten, sondern der richtigen Größe und Passform muss hier unbedingt Priorität eingeräumt werden: dicke Nähte oder zu hohe Absätze machen Druck auf bestimmte Bereiche. Bei speziellen anatomischen Gegebenheiten können auch orthopädische Einlagen/Schuhe für Ent- beziehungsweise für die richtige Belastung beim Gehen sorgen. Manchmal sind operative Korrekturen (Hallux valgus) in Erwägung zu ziehen.

Das Hühnerauge ist - selten zwar - aber auch an Fingergelenken anzutreffen wenn zum Beispiel häufig mit Stiften oder anderen Werkzeugen gearbeitet wird, die wir fest im Griff haben. 

Auge um Auge - drückst Du mich, entfern" ich Dich! 

Ein Hinweis vorneweg: Besteht Unsicherheit, ob es sich bei der Wucherung tatsächlich um einen gemeinen Clavus handelt, sollte ein Fachmann ein Auge darauf werfen. Schließlich haben Stech- und auch Alterswarzen (die treten ab Mitte des dreißigsten Lebensjahres auf) ein ähnliches Erscheinungsbild. Apropos Fachmann/-frau: Nur Ärzte, Podologen und Fußpfleger dürfen scharfe Geschütze wie Hühneraugenmesser auffahren. Niemals darf eigenhändig herumgeschnippelt werden - das Verletzungs- und Infektionsrisiko ist viel zu groß, insbesondere bei Diabetikern. 

Elegant aber effektiv kann den Plagegeistern auch mit Gelen, Lösungen und Pflastern der Garaus gemacht werden - wir beraten Sie gern individuell. Die enthaltenen Keratolytika, meist Salicylsäure, weichen den lästigen Begleiter auf, so dass er sich unblutig und schmerzfrei ablösen lässt. Je nach Größe/Tiefgang des Hornhautdorns kann eine wiederholte Behandlung notwendig sein. An die Anweisungen der Packungsbeilage sollte man sich genau halten, wir geben Ihnen gerne weitere Auskunft, damit keine Fragen offen bleiben.